
RopeFlow ist eine noch junge Bewegungsform, bei der mit einem flexiblen Seil fließende, rhythmische Bewegungen ausgeführt werden. Anders als beim klassischen Seilspringen steht nicht die Sprunghöhe oder Geschwindigkeit im Vordergrund, sondern das kontinuierliche Führen des Seils durch den Raum. Die Bewegungen erinnern an fließende Muster aus Tanz, Kampfkunst oder funktionellem Training und können individuell an das Leistungsniveau angepasst werden.
Was macht RopeFlow besonders?
RopeFlow verbindet Koordination, Konzentration, Kraftdosierung und Rhythmus in einer einzigen Bewegungsform. Durch das gleichmäßige Schwingen des Seils entsteht ein klarer taktiler und visueller Reiz, der den Körper unmittelbar rückmeldet, ob eine Bewegung stimmig, kontrolliert und im Fluss ist. Fehler sind sofort spürbar, ohne zu überfordern – das fördert Lernen über Erfahrung statt über Korrektur.
Ein zentraler Aspekt ist die bilaterale Koordination: Beide Körperhälften müssen zusammenarbeiten, während gleichzeitig Aufmerksamkeit, Haltung und Atmung reguliert werden. Dadurch spricht RopeFlow nicht nur die Muskulatur an, sondern auch zentrale Prozesse wie Aufmerksamkeitssteuerung und Selbstregulation.
Nutzen und Vorteile aus therapeutischer Sicht
In der Ergotherapie eignet sich RopeFlow besonders für Menschen mit:
- Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwierigkeiten
- Stress- und Erschöpfungssymptomatik
- Schwierigkeiten in der Selbstregulation (z. B. bei ADHS, Depression, Angststörungen)
- eingeschränkter Körperwahrnehmung oder Koordination
Die gleichmäßigen, wiederholenden Bewegungen wirken regulierend auf das Nervensystem. Viele Patient:innen berichten über ein verbessertes Körpergefühl, eine ruhigere Atmung und eine bessere Fokussierung nach dem Training. Gleichzeitig bleibt die Methode aktivierend – ein wichtiger Unterschied zu rein passiven Entspannungsverfahren.
RopeFlow in der ergotherapeutischen Praxis
Ergotherapeutisch eingesetzt wird RopeFlow zielgerichtet und eingebettet in einen therapeutischen Prozess. Die Übungen werden individuell angepasst, reflektiert und in ihren Alltagsbezug eingeordnet. Dabei kann RopeFlow sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting genutzt werden.
Ziel ist nicht sportliche Leistung, sondern die Verbesserung von Handlungsfähigkeit im Alltag: länger bei einer Aufgabe bleiben, Bewegungen besser steuern, Stress früher wahrnehmen und regulieren können.
RopeFlow ergänzt bestehende ergotherapeutische Methoden um eine bewegungsorientierte, moderne und gut skalierbare Intervention – besonders für Menschen, die über Bewegung einen besseren Zugang zu sich selbst finden.
Ergotherapie, Bewegungstherapie, Heilmittelverordnung